02.06. Hamburg – Kein Tag der deutschen Zukunft!

17.5 – Tag gegen Homophobie

In dieser Woche findet eine Veranstaltungsreihe zum Tag gegen Homophobie in Weimar statt. Dazu eine Stellungnahme der Autonomen Antifa Gruppe Weimar.
Die Spannbreite von Homophobie reicht von Vorurteilen, Mobbing und Übergriffen bis hin zu Morden. Weltweit sind Homosexuelle von staatlicher Repression betroffen.
Immer wieder kommt es auch in Deutschland zu Gewalttaten und Überfällen aus homophoben Motiven. So zum Beispiel im Dezember  2009 als in Potsdam ein Schwulenlokal angegriffen wurde. Die Täter warfen die Scheiben ein, schlugen einen Gast zusammen und gaben schwulenfeindliche Sprüche von sich.

2010 forderte im gleichen Jahr der Weimarer NPD-Stadtrat Jan Morgenroth in einer Stadtratssitzung die „Einstellung aller Genderprogramme“.
Der alltägliche Sprachgebrauch von Wörtern wie „Schwuchtel“ oder das abwertende Adjektiv „schwul“ sind Ausdruck der Diskriminierung, welcher Homosexuelle täglich ausgesetzt sind. Auch die Ausrede, dass Mensch ja eigentlich gar nichts gegen Homosexuelle hätte und dies doch im „ganz normalen Sprachgebrauch“ üblich sei, kann und darf nicht hingenommen werden. Durch die eindeutig abwertende Verwendung dieser Wörter wird Homosexualität negativ assoziiert und jene Antipathie weit in die Gesellschaft hineingetragen.

Doch nicht nur der Sprachgebrauch lässt Homophobie allgegenwärtig erscheinen – auch die Medien steuern ihren Teil dazu bei. Talkshows in denen Homosexuelle als lächerlich dargestellt werden oder Castingshows in denen einzelne Schwule/Lesben/Transgender als allgemeingültiger Stereotyp aller Schwulen inszeniert werden, setzen die Klischees in den Köpfen der Zuschauer fest und inszenieren Homosexuelle als Witzfiguren der „DSDS-Nation“.

Den Schlusspunkt der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Schwulen-, Lesben- und Transgenderfeindlichkeit setzen u.a. die katholische Kirche. Mit veralteten Moralvorstellungen und polemischen Äußerungen nach welchen die gesetzliche Zulassung von gleichgeschlechtlichen Ehen „einer Legalisierung des Bösen“ gleichkäme, versuchen ,,die Hirten ihre Schafe aufzuhetzen“. So ist Papst Benedikt XVI der Meinung, dass die Familie, die auf der Ehe zwischen Mann und Frau beruhe, nicht „einfach eine soziale Konvention, sondern die fundamentale Grundlage der gesamten Gesellschaft“ sei.

Statistisch betrachtet gibt es in jeder Schulklasse ein lesbisches Mädchen, als auch einen schwulen Jungen. Es ist also an der Zeit sich für eine wirkliche Gleichberechtigung und Atmosphäre einzusetzen, in der sich Homosexuelle und Transgender ohne Angst outen können und das Schimpfwort „Schwuchtel“ in der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert wird.

Gegen Homophobie, für sexuelle Freiheit!
Programm und Infos unter: http://queerweimar.blogsport.de

Auswertung 1. Mai

Einige Tage vor dem geplanten Aufmarsch wurde klar, dass den Nazis nur eine Kundgebung zugesprochen wird. Trotzdem schienen Aktivist_Innen etwas gegen diese Unternehmen zu wollen, so war bei linksunten von einem Hausbesuch bei Michael Fischer und zerstörten Autos der Stadtverwaltung zu lesen. Auch wegen eines Kabelbrands an der Zugstrecke zwischen Erfurt und Weimar in der Nacht zum 1.Mai ermittelt die Polizei.

Am Dienstag den 1. Mai 2012 trafen sich etwa 200 autonome Nationalisten aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt in Weimar. Das es nur ein Treffen und keine Kundgebung wurde lag zum einen an der Stadt, die nur eine Kundgebung in der Schopenhauerstraße zugelassen hatte aber auch an der Aktionsgruppe Weimarer Land selbst. Denn unter den 200 Nazis die Fischer und seine Gruppe akquirieren konnten, befanden sich lediglich sechs nicht vorbestrafte/- alkoholisierte oder Minderjährige Teilnehmer_Innen. Einige Nazis machten nicht den Eindruck gut über die Lage in der Stadt informiert wurden zu sein, vereinzelt stolperten sie desorientiert durch das Bahnhofsgebiet und musste mit Polizeischutz zum Treffpunkt geleitet werden, oder wurden Ziel antifaschistischer Angriffe. Selber schreiben sie später in Foren das Weimar der „negativste Punkt“ aller Mai Demonstrationen in diesem Jahr war. Die Polizei zeigte ab etwa 7 Uhr am Bahnhof große Präsenz, hauptsächlich waren Ordnungshüter aus Bayern, Sachsen und Thüringen vor Ort. Teilweise wurden Personenkontrollen durchgeführt, Ermittlungen wurden wegen zeigen eines Hitlergrußes, und Körperverletzungen aufgenommen. Außerdem brannte ein Polizeiauto. Es befanden sich ca. 700 bis 1 000 Gegendemonstrant_Innen in der Stadt, die meisten waren den ganzen Tag am Bahnhof zugegen, eine Sitzblockade nördlich vom Rastenbergertunnel musste geräumt werden.

Für uns unverständlich und nicht nachvollziehbar ist das das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus (BgR) und andere Gegendemonstrant_Innen nicht aktiv werden wenn sich Menschen mit „Thor Steinar“ Bekleidung in Ihre Kundgebung begeben, so geschehen am Bahnhofsvorplatz. Außerdem kritisieren wir zum wiederholten Male die enge Zusammenarbeit des Bürgerbündnisses gegen Rechtsextremismus mit dem hiesigen Polizeichef Ralf Kirsten und den Ordnungsbehörden. So ist es doch höchst fragwürdig mit den Polizeikräften zu kommunizieren/kooperieren, die Minuten vorher noch bei einer Personenkontrolle Handynummern eines Gegendemonstranten aus seinem Telefon notieren. Wir kritisieren nicht das Seifenkistenrennen was jährlich von Studenten in Weimar organisiert wird. Sondern die Organisator_Innen bzw. ihre fehlende Bereitschaft sich wenigstens zu solidarisieren. Es zeigte sich erneut das die Weimarer Studentschaft nicht bereit ist sich politisch zu engagieren oder sich wenigstens an diesem Tag zu positionieren. Mit einem entschlossenerem Vorgehen wäre an diesem Tag mehr möglich gewesen.

Wir sind der Meinung, dass es eine Niederlage für die Aktionsgruppe Weimarer Land und Michael Fischer war. Wer sich als „Organisierte Gruppe“ darstellt und es nicht schafft zehn Ordner bereitzustellen, sowie einen Lautsprecherwagen zu organisieren, ist an seinen eigenen Ansprüchen gescheitert und hat sich im gesamten Bundesgebiet lächerlich gemacht.

Wir bedanken uns trotz allem bei Gruppen und Einzelpersonen die den Weg nach Weimar gefunden- und uns unterstützt haben!

Naziautos vom 1.Mai:
AP – Z – 258
EF – RR – 61 VW Kombi Chris Seelig
WE – TB – 65 Andreas Gebert
WE – JG – 91
GTH – AC – 672 Opel Vectra Blau

Linksammlung zum Thema:

https://linksunten.indymedia.org/de/node/59101

http://www.mdr.de/nachrichten/weimar136_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html

http://www.tlz.de/web/zgt/politik/detail/-/specific/Signal-gegen-Rechts-in-Weimar-Wolf-und-BgR-zufrieden-1136927135

http://weimar.tlz.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Neonazis-verlegen-Kundgebung-nach-Erfurt-1273746856

http://weimar.tlz.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Demonstrationen-am-1-Mai-in-Thueringen-abgeschlossen-1522502373

http://weimar.tlz.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Weimarer-protestieren-friedlich-gegen-Rechtsextreme-573934808

https://www.youtube.com/watch?v=S4XxZRfkvzo

Recherche 1. Mai

eine ausführliche Auswertung sowie Pressespiegel folgt in den nächsten Tagen.

Bild in großer Auflösung: klick

Update (3) – Nazidemonstration am 1. Mai

UPDATE: die Nazis haben geklagt, sind aber gescheitert, Kundgebung findet weiterhin wie unten geschrieben statt (Stand: Mo. 30. April 20:22 Uhr)

Wie Erwartet wird es morgen eine Kundgebung der Nazis um Fischer und etwa 150 weiterer Nazis in Weimar geben. Bis jetzt soll diese 12:00 Uhr vor dem Frauenzentrum in der Schopenhauerstraße 21 abgehalten werden. Kundgebungen in der Nähe sind zum einen eine Veranstaltung des Stadtsportbundes Weimar an der Ecke Ettersburger Str./Schopenhauerstr., ein Stand des BgR am dänischen Bettenlager in Rießnerstraße (gegenüber vom Rastenbergertunnel), eine Kundgebung am Nachtausgang des Bahnhofs sowie Infopunkt des Bürgerbündnisses am neuen Museum. Wir gehen davon aus das alle mit dem Auto anreisenden Nazis über den Rastenbergertunnel zum Kundgebungsort geleitet werden (möglich Parkplätze dafür finden sich oberhalb des Bahnhofs in der Rießnerstraße, zum Beispiel Parkplatz Fressnapf oder Lidl). Ob Fischer noch vor Gericht Klage eingereicht hat um doch noch eine Demonstration zu bekommen ist nicht klar. Wir rufen nochmals dazu auf am 1. Mai nach Weimar zu kommen um der Aktionsgruppe Weimarer Land und Ihrem „Führungsmitglied“ Fischer keinen Fußbreit zu lassen.

Infostruktur der Jugend Antifa Weimar:
Infotelefon: 01573/4488632 EA: 01573/4489245 Naziwatch: klick Ticker: klick

Falls es bis in die Nacht oder Morgen früh noch weitreichende Veränderungen gibt, werden sie hier schnellstmöglich bekanntgegeben.

Egal wo Ihr morgen seid, passt auf Euch auf!

Update (2) – Nazidemonstration am 1. Mai

Nazis: Mobilisieren hauptsächlich in Sachsen und Sachsen Anhalt. Als Redner wird unter anderem der Vorbestrafte, kürzlich erst wieder Verurteilte und ehemalige NPD-Politiker Günter Deckert angegeben. Sicher ist das Gruppen aus Magdeburg, Nordhausen, Erfurt sowie Einzelpersonen aus den umliegenden Dörfern Weimars anreisen. In wie weit sich andere Gruppen aus Mitteldeutschland beteiligen kann nicht genau gesagt werden.

BgR: Das Bürgerbündnis Weimar hat viele Plätze in der Stadt angemeldet um den Nazis keine Ausweichmöglichkeit zu bieten. Meistens sind es Standpunkte an oder in näherer Umgebung der angemeldeten Route. Unterstützung erhalten sie von dem Aktionsnetzwerk Jena, die ihr kommen zugesichert haben. Stark zu kritisieren und absolut zu verurteilen ist, dass sich das Bürgerbündnis zusammen mit Polizeichef Ralf Kirsten an einen Tisch setzt um für den 1. Mai Strategien zu besprechen, und ihn in engste Internas einweiht.

Route: Es scheint jetzt schon aus organisatorischen- und sicherheitstechnischen Gründen ausgeschlossen, dass die Anmelder Philipp Miene und Michael Fischer ihre gewünschte Route (Schopenhauerstr./Fuldaer./Schwanseestr./Goetheplatz/Karl Liebknecht Str./Friedenstr./Buttelstädterstr./Schopenhauerstr/) laufen dürfen. Die Stadt wird durch Veranstaltungen zum 1. Mai, angemeldeter Plätze vom BgR oder anderen Parteien/Organisation einfach zu voll sein. Auf der Carl-August-Allee findet das Seifenkistenrennen statt, auf dem Goetheplatz der alljährliche Flohmarkt und auf dem Marktplatz eine DGB Veranstaltung. So bleiben der Stadt, Polizei und den Nazis eigentlich nur noch drei Möglichkeiten.

Szenario I: Eine Kundgebung am Hauptbahnhof, hier soll auch Treffpunkt der Nazis sein. (Dies scheint bis zum heutigen Tag die wahrscheinlichste Möglichkeit)

Szenario II: Route durch Weimar Nord (Plattenbausiedlung) oder oberhalb des Bahnhofs (Industriegebiet).

Szenario III: Nazis klagen über Verwaltungsgericht und Oberverwaltungsgericht ihre Route ein.

Gegenaktivitäten: In der Stadt sind ein paar Aufkleber und Schriftzüge zu sehen, diese gehen aber durch den zurzeit laufenden Wahlkampf fast unter. Die Jugend- Antifa (ALW) hatte frühzeitig eine Seite, Aufruf, Aufkleber sowie Infostruktur für diesen Tag bereit gestellt. Deshalb schien es uns nicht sinnvoll eine weitere eigene Mobilisierung auf die Beine zu stellen, da wir eine Undurchsichtigkeit von Außen verhindern wollen.

Fazit: Wir gehen davon aus das am 1. Mai etwa 100-150 Nazis anreisen werden. Dies kann durch die oben angeführten Szenarien natürlich noch nicht sicher gesagt werden, da die Zahl bei einer Kundgebungen wohl geringer ausfallen würde.

Wir rufen trotzdem weiterhin dazu auf nach Weimar zu kommen. Beteiligt euch an dezentralen Aktionen, lasst Euch was einfallen, es gibt viele Möglichkeiten an diesem Tag.

TA: NPD darf Gemeindesaal von Großschwabhausen benutzen

Die NPD Thüringen darf gegen den Willen der Gemeinde am 12. Mai dieses Jahres ihren Landesparteitag in Großschwabhausen ausrichten. Das Verwaltungsgericht Weimar gab jetzt einem Eilantrag der Partei statt, hierfür den örtlichen Gemeindesaal nutzen zu können.
Großschwabhausen. Ausgerechnet an seinem Geburtstag erreichte Großschwabhausens Bürgermeister Hans-Jürgen Schaffarzyk am Mittwoch die Nachricht über den Gerichtsbeschluss. „Bisher habe ich aber erst telefonisch über unseren Anwalt davon erfahren. Gesehen hab ich den Beschluss noch nicht“, so Schaffarzyk.
Bereits im Februar war es, dass die Gemeinde erstmals mit dem Termin-Begehren konfrontiert wurde. Von einem Parteitag sei anfangs aber ebenso wenig die Rede gewesen wie von der NPD, versicherte Schaffarzyk. Vielmehr habe es sich um eine Eisenacher Firma gehandelt, die telefonisch den Wunsch an die Gemeinde gerichtet hatte, den Saal in Großschwabhausen für den 12. Mai anzumieten. Mit Computer-Freunden wolle man hier eine sogenannte LAN-Party veranstalten. Etwa hundert Leute würden erwartet, alle mit Laptops ausgestattet, gab der Bürgermeister die damalige Anfrage wieder.
Da der potenzielle Mieter der Gemeinde nicht bekannt war, hatte der Bürgermeister das betreffende Unternehmen gebeten, den Antrag schriftlich zu formulieren. Prompt kam ein Fax. Worauf die Gemeinde in gutem Glauben bestätigte, dass ihr Saal für den 12. Mai noch nicht vermietet sei. Um den Vertrag perfekt zu machen, sollte der Antragsteller allerdings persönlich vorbei schauen und den Personalausweis vorlegen.
„Es dauerte zwei Minuten, als uns ein weiteres Fax erreichte. Nun schrieb die Eisenacher Firma, dass sie von dem Termin zugunsten der NPD und ihres Landesparteitages zurücktritt“, so Schaffarzyk. Kurz darauf habe die NPD selbst ihre Ansprüche für den 12. Mai in Großschwabhausen angemeldet.
Gegenüber dem Landesverband der Partei merkte die Gemeinde allerdings an, dass es mit einem Kaninchenzüchter-Verein aus Jena einen weiteren Miet-Interessenten gebe, der an jenem Tag den Gemeindesaal nutzen wolle. Und diesem Mietgesuch habe man stattgegeben.
Mit dieser Antwort gab sich die NPD nicht zufrieden. Sie sei unglaubwürdig, und man wolle bis zum 9. März einen Mietvertrag vereinbart haben. Andernfalls bemühe man juristische Wege. Statt eines Vertrages verfasste die Gemeinde einen ablehnenden Bescheid. Der Adressat stellte einen Eilantrag ans Verwaltungsgericht in Weimar.
In ihrem Beschluss vom 4. April ordnete die Kammer der Gemeinde Großschwabhausen einstweilig an, dem Antragsteller den Saal zur Verfügung zu stellen. Das Gericht berief sich dabei auf Paragraph 5 des Parteiengesetzes. Darin heißt es: „Wenn ein Träger öffentlicher Gewalt den Parteien Einrichtungen zur Verfügung stellt oder andere öffentliche Leistungen gewährt, sollen alle Parteien gleichbehandelt werden.“ Und da im Gemeindesaal von Großschwabhausen unter anderem bereits der Kreisverband der CDU tagen konnte, müsse dieses Recht auch der NPD eingeräumt werden.
Bürgermeister Schaffarzyk will nun klären, ob die Gemeinde Rechtsmittel gegen den Gerichtsbeschluss einlegen kann.

Jens Lehnert / 12.04.12 / TA
Quelle: http://weimar.thueringer-allgemeine.de/web/weimar/startseite/detail/-/specific/NPD-darf-Gemeindesaal-von-Grossschwabhausen-benutzen-1352330285

Update (1) – Nazidemonstration am 1. Mai

Nazis starten Mobilisierung: Sie werben auf bekannten Foren für ihre Demonstration und verklebten auch schon die ersten Sticker in der Umgebung. Des Weiteren verteilten sie Flugblätter in Sömmerda, Erfurt, Weimar und dem Weimarer Land. Für den 7. April haben die Nazis Kundgebungen in Kranichfeld, Bad Berka, Blankenhain und Apolda angemeldet, um für das Motto “Wir wollen Arbeit, Recht und Freiheit!” zu werben. Auch gibt es im Internet ein Mobilisierungsvideo zu sehen.
Gegenaktivitäten: Das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar ruft zu Blockaden am 1. Mai auf und hat auch schon die ersten Plakate in der Stadt aufgehängt.
Route: Es ist damit zu rechnen das die Nazis durch Weimar Nord oder das Industriegebiet hinter dem Bahnhof laufen werden, da die Stadt durch das Seifenkistenrennen sowie andere Festlichkeiten am 1. Mai sehr voll sein wird.
Wir werden uns nicht damit Abfinden, dass die Nazis durch menschenleere oder eben weniger „attraktive“ Stadtteile laufen. Wir werden vor Ort sein und Ihnen etwas entgegen setzen.

Stadtrat in „Blut muss fließen – Undercover unter Neonazis“



Jan Morgenroth auch zu sehen im Dokumentarfilm (0:50) „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ – Acht Jahre begab sich der Autor in die rechte Szene und filmte verdeckt auf Nazikonzerten.

1.Mai 2012:  Nazidemonstration in Weimar

Für den 1. Mai 2012 hat die Aktionsgruppe Weimarer Land und ihr „Führungsmitglied“ Michael Michél Fischer eine Großdemonstration in Weimar angemeldet. Unter dem Motto „Wir wollen Arbeit, Freiheit und Recht” (hxxp://logr.org/maiwe/informationen/) sollen etwa 150 bis 200 Nationale Sozialisten durch Weimar marschieren.

Der Anmelder

Michael Fischer trat zum ersten Mal am 5. April 2008 (Foto) in Erscheinung, damals nahm er an einer Demonstration unter dem Motto „Kinder, Zukunft, NPD – sozial geht nur National“ in Weimar teil. Danach war lange von dem in Tannroda lebenden Familienvater (Frau Jenny, Sohn Ian) nichts zu sehen oder zu hören.

Erst seit letztem Jahr trat er wieder vermehrt in Erscheinung:
Am 26.03.2011 trat er in Trier auf einer Demonstration als Redner auf. In Berlin, am 14. Mai 2011, war Fischer einer der Angreifer auf Gegendemonstranten. (Foto) Am 27. August 2011 meldete Fischer eine Demonstration in Weimar unter dem Motto: „gegen Repression und Kriminalisierung“ an, unter anderem hatte er den Musiker Makss Damage und den „Hitler von Köln“ Axel Reitz als Redner angekündigt. Einen Tag davor wird diese durch die Stadt Weimar verboten, da Fischers Vormund nicht einwilligt. Zum 7. Antikriegstag in Dortmund am 3. September 2011 lief Michael Fischer mit in der ersten Reihe(Foto). In Eisenach am 10.09.2011 nahm er an einer Demonstration unter dem Motto: „Deutschland den Deutschen – Wir sind das Volk!“ von NPD und Freien Kräften teil. An diesem Tag ist Fischer mit der „Aktionsgruppe Erfurt“ unterwegs. Am 15. Oktober meldet „Fischling“, wie er von Freunden genannt wird, eine Demonstration unter dem Motto „nationale Souveränität statt Europäische Wirtschaftsregierung“ an. Dem Aufruf folgten etwa 35 Neonazis aus Erfurt, Nordhausen und Weißenfels. Am 10. Februar 2012 laufen erstmals etwa 30 Neonazis in einem Trauermarsch durch die Straßen um den Bahnhof Weimars. Unterstützung erfahren sie von den freien Kräften Erfurt. Anmelder ist wieder einmal Michael Fischer.

Fakt ist, dass Michael Fischer seit letztem Jahr systematisch versucht sich einen Namen unter den freien Kräften und autonomen Nationalisten zu machen.

Die „Aktionsgruppe Weimarer Land“

Fischer ist eindeutiges „Führungsmitglied“ der eher jungen Neonazitruppe. Um Ihn herum haben sich etwa noch zehn weitere Jugendliche gesammelt, unter ihnen die noch zur Schule gehenden Tom Röpnack (Bild), Chris Seelig (Bild) sowie der schon ältere Philipp Miene aus Kranichfeld, Andreas Gebert(Bild). Auch mit von der Partie ist der schon länger als Neonazi bekannte Kevin Armstroff (Bild). Seit Anfang diesen Jahres besuchen sie fast jedes Wochenende Veranstaltung von Freiern Kräften in Mitteldeutschland (14.1. – Magdeburg, 28.1. -Aschersleben, 13.2. Dresden, 18.2. Gera). Am 23.2.2012 hängt die Gruppe ein Transparent mit der Aufschrift „Ausländergewalt stoppen“ in Weimar auf, zeitgleich findet in Berlin die Trauerveranstaltung für die Opfer der NSU Verbrechen statt (Bild). Die Aktionsgruppe Weimarer Land ist gut Vernetzt mit Gruppen aus Erfurt, Nordhausen, Weißenfels und Gera. Sie treten auf Demonstrationen und im Stadtbild zwar als sehr Kampfbereit auf, stellten bis jetzt aber eher das Gegenteil unter Beweis.

Kampagne „Zukunft statt EU-Wahn“

Unter der Aktionsgruppe Weimarer Land gestarteten Kampagne „Zukunft statt EU-Wahn“ finden einige Flugblatt Aktionen, sowie Kundgebungen im Weimarer Land statt (Apolda, Blankenhain, Erfurt, Kranichfeld, Bad Berka). Auch die oben angeführte Demonstration am 15. Oktober läuft unter der Kampagne (Nachtrag zum Naziaufmarsch am 15.Oktober). Unterstützung findet diese von Gruppen aus Nordhausen, Erfurt, Nordfranken und Crimmitschau.

Das „rechte-Weimar“

Weimar ist bekannt durch den Schriftsteller Friedrich Schiller, sein tolles „National“-Theater, das schöne Goethe-Gartenhaus und sein „weltoffenen“ Zwiebelmarkt. Nach außen wird dies auch gepflegt; doch in Weimar gibt es auch viele andere Dinge, was den meisten Touristen die Tag für Tag durch diese Stadt strömen verborgen bleibt.
Seit Juni 2009 sitzt zum Beispiel der NPD Kreisvorsitzende Jan Morgenroth im Weimarer Stadtrat. Dieser pflegte früher scheinbar Kontakt zur NSU (Bild).
Des Weiteren treffen sich Jahr für Jahr am Volkstrauertag „aufrechte Deutsche“ am Hauptfriedhof um den gefallenen deutschen Soldaten zu gedenken.
Der in aller Welt als weltoffen geltende und Jahr für Jahr stattfindende Weimarer Zwiebelmarkt ist für alternativ denkende und lebende Menschen weder ein Fest auf dem sie ausgelassen feiern können, noch eines auf welchem ein jeder akzeptiert wird. Es ist ein Volksfest, bei dem es in den letzten Jahren vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen Antifaschist_Innen und Neonazis kam. An diesen drei Tagen treffen sich große Teile der Neonaziszene aus den umliegenden Dörfern um gemeinsam zu feiern und „Kontakte“ zu pflegen.
Auch am Stadtrand von Weimar (Ettersbersiedlung) hat sich ein Modelabel Namens „Spaß kostet“ für Rechtsradikale und Hooligans etabliert. Im Stadtbild ist es normal geworden Slogans wie „nach Frankreich fahr ich nur auf Ketten“ zu sehen. Betreiber sind zwei Neonazis, welche allerdings schon seit geraumer Zeit nicht mehr „aktiv“ sind – dennoch versuchen sie ihre sexistische, homophobe, menschenverachtende „Mode“ in ganz Deutschland zu vertreiben. Dies geschieht auf Tattooconventions, aber auch Festivals wie dem Full Force im vergangenen Jahr.

Weimar ist weder die schöne Klassiker- noch die tolle Kulturstadt wie es die Stadtoberen gerne nach außen tragen. Weimar ist eine Stadt wie jede andere, wo tagtäglich rassistisches, sexistisches, homophobes Gedankengut offenkundig nach außen getragen wird und jeden Tag Freiräume genommen werden. Genau das möchte Michael Fischer am 1. Mai 2012 mit 200 Neonazis Unterstreichen.

Lasst uns dies gemeinsam verhindern, sportlich und dezentral!

Mehr Informationen folgen.



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