6.12. Spontandemonstration unter dem Motto „Kein Vergeben-Kein Vergessen!“

Weimarer Bürgern sollte in den letzten Tagen einiges im Zusammenhang mit dem Mord an Alexis G. (2008) aufgefallen sein.
Über verteilte und ausgelegte Flyer berichteten wir schon. Dazu kam es am Wochenende zu Sprühereien an Hauswände und Mauern in der Innenstadt (Fotos folgen). Mit Parolen, Schablonen oder stumpfen A.C.A.B. „Kunstwerken“ sollte die Aufmerksamkeit auf dieses Ereignis gelenkt werden.
Auch die Lokalzeitungen berichteten:

Graffiti an acht Fassaden
(aus Thüringer Allgemeine/6.12.2010)

Auf 3000 Euro wird der Sachscha-
den geschätzt, den Graffiti-
Schmierer gestern an acht Fas-
saden anrichteten. Zwischen
4 und 6.30 Uhr beschmierten
sie vor dem Hintergund des
heutigen zweiten Todestages
des jungen Griechen Alexand-
ros, der durch eine Polizeiku-
gel ums Leben kam, große ro-
te beziehungsweise schwarze
Schriftzüge. Betroffen waren (…)

Sponti 6.12.

Doch das sollte nicht reichen.
So kamen heute, am 6. Dezember, also zum zweiten Todestag Alexandros, knapp 20 Leute zu einer spontanen Demonstration zusammen. Lautstark und den erwähnten Flyer verteilend ging die Gruppe quer über den Weihnachtsmarkt in Weimar und durch die Innenstadt. Während der Spontandemo kam es zu keinen unangenehmen Zwischenfällen, bis sich die „Veranstaltung“ auflöste. Berichten zufolge rückte die Polizei mit 2 Streifenwagen an (weitere 2 folgten). Angeblich schafften es bis auf zwei Personen alle einer direkten Konfrontation aus dem Weg zu gehen. Von einer der beiden gefassten Personen seien lediglich Personalien aufgenommen worden. Jedoch soll die andere auf brutale Art und Weise zu Boden gebracht und in die Streife gezogen worden sein. Mit Handschellen gefesselt wurde sie in die Weimarer PolizeiInspektion gebracht. In der sie auf verbale Weise genötigt wurde und der Vorfwurf „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ gegen sie erhoben wurde, ausserdem sollen Ermittlungen gegen sie im Zusammenhang mit den oben beschriebenen Sprühereien zukommen, sprich es wurde Anzeige erstattet. Wir verurteilen diese so oft erlebte Vorgehensweise der Bullen. Dies gib uns dennoch weiterhin Grund für einen Kampf gegen Polizeistaat und tägliche Repression.

1.3.1.2.