Archiv für März 2012

Update (1) – Nazidemonstration am 1. Mai

Nazis starten Mobilisierung: Sie werben auf bekannten Foren für ihre Demonstration und verklebten auch schon die ersten Sticker in der Umgebung. Des Weiteren verteilten sie Flugblätter in Sömmerda, Erfurt, Weimar und dem Weimarer Land. Für den 7. April haben die Nazis Kundgebungen in Kranichfeld, Bad Berka, Blankenhain und Apolda angemeldet, um für das Motto “Wir wollen Arbeit, Recht und Freiheit!” zu werben. Auch gibt es im Internet ein Mobilisierungsvideo zu sehen.
Gegenaktivitäten: Das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar ruft zu Blockaden am 1. Mai auf und hat auch schon die ersten Plakate in der Stadt aufgehängt.
Route: Es ist damit zu rechnen das die Nazis durch Weimar Nord oder das Industriegebiet hinter dem Bahnhof laufen werden, da die Stadt durch das Seifenkistenrennen sowie andere Festlichkeiten am 1. Mai sehr voll sein wird.
Wir werden uns nicht damit Abfinden, dass die Nazis durch menschenleere oder eben weniger „attraktive“ Stadtteile laufen. Wir werden vor Ort sein und Ihnen etwas entgegen setzen.

Stadtrat in „Blut muss fließen – Undercover unter Neonazis“


Jan Morgenroth auch zu sehen im Dokumentarfilm (0:50) „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ – Acht Jahre begab sich der Autor in die rechte Szene und filmte verdeckt auf Nazikonzerten.

1.Mai 2012:  Nazidemonstration in Weimar

Für den 1. Mai 2012 hat die Aktionsgruppe Weimarer Land und ihr „Führungsmitglied“ Michael Michél Fischer eine Großdemonstration in Weimar angemeldet. Unter dem Motto „Wir wollen Arbeit, Freiheit und Recht” (hxxp://logr.org/maiwe/informationen/) sollen etwa 150 bis 200 Nationale Sozialisten durch Weimar marschieren.

Der Anmelder

Michael Fischer trat zum ersten Mal am 5. April 2008 (Foto) in Erscheinung, damals nahm er an einer Demonstration unter dem Motto „Kinder, Zukunft, NPD – sozial geht nur National“ in Weimar teil. Danach war lange von dem in Tannroda lebenden Familienvater (Frau Jenny, Sohn Ian) nichts zu sehen oder zu hören.

Erst seit letztem Jahr trat er wieder vermehrt in Erscheinung:
Am 26.03.2011 trat er in Trier auf einer Demonstration als Redner auf. In Berlin, am 14. Mai 2011, war Fischer einer der Angreifer auf Gegendemonstranten. (Foto) Am 27. August 2011 meldete Fischer eine Demonstration in Weimar unter dem Motto: „gegen Repression und Kriminalisierung“ an, unter anderem hatte er den Musiker Makss Damage und den „Hitler von Köln“ Axel Reitz als Redner angekündigt. Einen Tag davor wird diese durch die Stadt Weimar verboten, da Fischers Vormund nicht einwilligt. Zum 7. Antikriegstag in Dortmund am 3. September 2011 lief Michael Fischer mit in der ersten Reihe(Foto). In Eisenach am 10.09.2011 nahm er an einer Demonstration unter dem Motto: „Deutschland den Deutschen – Wir sind das Volk!“ von NPD und Freien Kräften teil. An diesem Tag ist Fischer mit der „Aktionsgruppe Erfurt“ unterwegs. Am 15. Oktober meldet „Fischling“, wie er von Freunden genannt wird, eine Demonstration unter dem Motto „nationale Souveränität statt Europäische Wirtschaftsregierung“ an. Dem Aufruf folgten etwa 35 Neonazis aus Erfurt, Nordhausen und Weißenfels. Am 10. Februar 2012 laufen erstmals etwa 30 Neonazis in einem Trauermarsch durch die Straßen um den Bahnhof Weimars. Unterstützung erfahren sie von den freien Kräften Erfurt. Anmelder ist wieder einmal Michael Fischer.

Fakt ist, dass Michael Fischer seit letztem Jahr systematisch versucht sich einen Namen unter den freien Kräften und autonomen Nationalisten zu machen.

Die „Aktionsgruppe Weimarer Land“

Fischer ist eindeutiges „Führungsmitglied“ der eher jungen Neonazitruppe. Um Ihn herum haben sich etwa noch zehn weitere Jugendliche gesammelt, unter ihnen die noch zur Schule gehenden Tom Röpnack (Bild), Chris Seelig (Bild) sowie der schon ältere Philipp Miene aus Kranichfeld, Andreas Gebert(Bild). Auch mit von der Partie ist der schon länger als Neonazi bekannte Kevin Armstroff (Bild). Seit Anfang diesen Jahres besuchen sie fast jedes Wochenende Veranstaltung von Freiern Kräften in Mitteldeutschland (14.1. – Magdeburg, 28.1. -Aschersleben, 13.2. Dresden, 18.2. Gera). Am 23.2.2012 hängt die Gruppe ein Transparent mit der Aufschrift „Ausländergewalt stoppen“ in Weimar auf, zeitgleich findet in Berlin die Trauerveranstaltung für die Opfer der NSU Verbrechen statt (Bild). Die Aktionsgruppe Weimarer Land ist gut Vernetzt mit Gruppen aus Erfurt, Nordhausen, Weißenfels und Gera. Sie treten auf Demonstrationen und im Stadtbild zwar als sehr Kampfbereit auf, stellten bis jetzt aber eher das Gegenteil unter Beweis.

Kampagne „Zukunft statt EU-Wahn“

Unter der Aktionsgruppe Weimarer Land gestarteten Kampagne „Zukunft statt EU-Wahn“ finden einige Flugblatt Aktionen, sowie Kundgebungen im Weimarer Land statt (Apolda, Blankenhain, Erfurt, Kranichfeld, Bad Berka). Auch die oben angeführte Demonstration am 15. Oktober läuft unter der Kampagne (Nachtrag zum Naziaufmarsch am 15.Oktober). Unterstützung findet diese von Gruppen aus Nordhausen, Erfurt, Nordfranken und Crimmitschau.

Das „rechte-Weimar“

Weimar ist bekannt durch den Schriftsteller Friedrich Schiller, sein tolles „National“-Theater, das schöne Goethe-Gartenhaus und sein „weltoffenen“ Zwiebelmarkt. Nach außen wird dies auch gepflegt; doch in Weimar gibt es auch viele andere Dinge, was den meisten Touristen die Tag für Tag durch diese Stadt strömen verborgen bleibt.
Seit Juni 2009 sitzt zum Beispiel der NPD Kreisvorsitzende Jan Morgenroth im Weimarer Stadtrat. Dieser pflegte früher scheinbar Kontakt zur NSU (Bild).
Des Weiteren treffen sich Jahr für Jahr am Volkstrauertag „aufrechte Deutsche“ am Hauptfriedhof um den gefallenen deutschen Soldaten zu gedenken.
Der in aller Welt als weltoffen geltende und Jahr für Jahr stattfindende Weimarer Zwiebelmarkt ist für alternativ denkende und lebende Menschen weder ein Fest auf dem sie ausgelassen feiern können, noch eines auf welchem ein jeder akzeptiert wird. Es ist ein Volksfest, bei dem es in den letzten Jahren vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen Antifaschist_Innen und Neonazis kam. An diesen drei Tagen treffen sich große Teile der Neonaziszene aus den umliegenden Dörfern um gemeinsam zu feiern und „Kontakte“ zu pflegen.
Auch am Stadtrand von Weimar (Ettersbersiedlung) hat sich ein Modelabel Namens „Spaß kostet“ für Rechtsradikale und Hooligans etabliert. Im Stadtbild ist es normal geworden Slogans wie „nach Frankreich fahr ich nur auf Ketten“ zu sehen. Betreiber sind zwei Neonazis, welche allerdings schon seit geraumer Zeit nicht mehr „aktiv“ sind – dennoch versuchen sie ihre sexistische, homophobe, menschenverachtende „Mode“ in ganz Deutschland zu vertreiben. Dies geschieht auf Tattooconventions, aber auch Festivals wie dem Full Force im vergangenen Jahr.

Weimar ist weder die schöne Klassiker- noch die tolle Kulturstadt wie es die Stadtoberen gerne nach außen tragen. Weimar ist eine Stadt wie jede andere, wo tagtäglich rassistisches, sexistisches, homophobes Gedankengut offenkundig nach außen getragen wird und jeden Tag Freiräume genommen werden. Genau das möchte Michael Fischer am 1. Mai 2012 mit 200 Neonazis Unterstreichen.

Lasst uns dies gemeinsam verhindern, sportlich und dezentral!

Mehr Informationen folgen.

Kundgebung der Ag Weimar/Weimarer Land am 3. März 2012 in Kranichfeld und Bad Berka

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weitere Bilder: 1, 2, 3

Spiegel TV: Wer sind die Unsterblichen?

Jan Morgenroth, vor kurzen tauchte ein Bild aus Dresden auf, das ihn mit den NSU Mitgliedern zeigt. Jetzt schafft er es wieder in die Medien. Zu sehen war Morgenroth in einem, am 26.02.1012 ausgestrahlten Beitrag von Spiegel TV über die Spreelichter.

Minute 5:01 links im Bild.