Archiv für Mai 2012

02.06. Hamburg – Kein Tag der deutschen Zukunft!

17.5 – Tag gegen Homophobie

In dieser Woche findet eine Veranstaltungsreihe zum Tag gegen Homophobie in Weimar statt. Dazu eine Stellungnahme der Autonomen Antifa Gruppe Weimar.
Die Spannbreite von Homophobie reicht von Vorurteilen, Mobbing und Übergriffen bis hin zu Morden. Weltweit sind Homosexuelle von staatlicher Repression betroffen.
Immer wieder kommt es auch in Deutschland zu Gewalttaten und Überfällen aus homophoben Motiven. So zum Beispiel im Dezember  2009 als in Potsdam ein Schwulenlokal angegriffen wurde. Die Täter warfen die Scheiben ein, schlugen einen Gast zusammen und gaben schwulenfeindliche Sprüche von sich.

2010 forderte der Weimarer NPD-Stadtrat Jan Morgenroth in einer Stadtratssitzung die „Einstellung aller Genderprogramme“.
Der alltägliche Sprachgebrauch von Wörtern wie „Schwuchtel“ oder das abwertende Adjektiv „schwul“ sind Ausdruck der Diskriminierung, welcher Homosexuelle täglich ausgesetzt sind. Auch die Ausrede, dass Mensch ja eigentlich gar nichts gegen Homosexuelle hätte und dies doch im „ganz normalen Sprachgebrauch“ üblich sei, kann und darf nicht hingenommen werden. Durch die eindeutig abwertende Verwendung dieser Wörter wird Homosexualität negativ assoziiert und jene Antipathie weit in die Gesellschaft hineingetragen.

Doch nicht nur der Sprachgebrauch lässt Homophobie allgegenwärtig erscheinen – auch die Medien steuern ihren Teil dazu bei. Talkshows in denen Homosexuelle als lächerlich dargestellt werden oder Castingshows in denen einzelne Schwule/Lesben/Transgender als allgemeingültiger Stereotyp aller Schwulen inszeniert werden, setzen die Klischees in den Köpfen der Zuschauer fest und inszenieren Homosexuelle als Witzfiguren der „DSDS-Nation“.

Den Schlusspunkt der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Schwulen-, Lesben- und Transgenderfeindlichkeit setzen u.a. die katholische Kirche. Mit veralteten Moralvorstellungen und polemischen Äußerungen nach welchen die gesetzliche Zulassung von gleichgeschlechtlichen Ehen „einer Legalisierung des Bösen“ gleichkäme, versuchen ,,die Hirten ihre Schafe aufzuhetzen“. So ist Papst Benedikt XVI der Meinung, dass die Familie, die auf der Ehe zwischen Mann und Frau beruhe, nicht „einfach eine soziale Konvention, sondern die fundamentale Grundlage der gesamten Gesellschaft“ sei.

Statistisch betrachtet gibt es in jeder Schulklasse ein lesbisches Mädchen, als auch einen schwulen Jungen. Es ist also an der Zeit sich für eine wirkliche Gleichberechtigung und Atmosphäre einzusetzen, in der sich Homosexuelle und Transgender ohne Angst outen können und das Schimpfwort „Schwuchtel“ in der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert wird.

Gegen Homophobie, für sexuelle Freiheit!
Programm und Infos unter: http://queerweimar.blogsport.de

Auswertung 1. Mai

Einige Tage vor dem geplanten Aufmarsch wurde klar, dass den Nazis nur eine Kundgebung zugesprochen wird. Trotzdem schienen Aktivist_Innen etwas gegen diese Unternehmen zu wollen, so war bei linksunten von einem Hausbesuch bei Michael Fischer und zerstörten Autos der Stadtverwaltung zu lesen. Auch wegen eines Kabelbrands an der Zugstrecke zwischen Erfurt und Weimar in der Nacht zum 1.Mai ermittelt die Polizei.

Am Dienstag den 1. Mai 2012 trafen sich etwa 200 autonome Nationalisten aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt in Weimar. Das es nur ein Treffen und keine Kundgebung wurde lag zum einen an der Stadt, die nur eine Kundgebung in der Schopenhauerstraße zugelassen hatte aber auch an der Aktionsgruppe Weimarer Land selbst. Denn unter den 200 Nazis die Fischer und seine Gruppe akquirieren konnten, befanden sich lediglich sechs nicht vorbestrafte/- alkoholisierte oder Minderjährige Teilnehmer_Innen. Einige Nazis machten nicht den Eindruck gut über die Lage in der Stadt informiert wurden zu sein, vereinzelt stolperten sie desorientiert durch das Bahnhofsgebiet und musste mit Polizeischutz zum Treffpunkt geleitet werden, oder wurden Ziel antifaschistischer Angriffe. Selber schreiben sie später in Foren das Weimar der „negativste Punkt“ aller Mai Demonstrationen in diesem Jahr war. Die Polizei zeigte ab etwa 7 Uhr am Bahnhof große Präsenz, hauptsächlich waren Ordnungshüter aus Bayern, Sachsen und Thüringen vor Ort. Teilweise wurden Personenkontrollen durchgeführt, Ermittlungen wurden wegen zeigen eines Hitlergrußes, und Körperverletzungen aufgenommen. Außerdem brannte ein Polizeiauto. Es befanden sich ca. 700 bis 1 000 Gegendemonstrant_Innen in der Stadt, die meisten waren den ganzen Tag am Bahnhof zugegen, eine Sitzblockade nördlich vom Rastenbergertunnel musste geräumt werden.

Für uns unverständlich und nicht nachvollziehbar ist das das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus (BgR) und andere Gegendemonstrant_Innen nicht aktiv werden wenn sich Menschen mit „Thor Steinar“ Bekleidung in Ihre Kundgebung begeben, so geschehen am Bahnhofsvorplatz. Außerdem kritisieren wir zum wiederholten Male die enge Zusammenarbeit des Bürgerbündnisses gegen Rechtsextremismus mit dem hiesigen Polizeichef Ralf Kirsten und den Ordnungsbehörden. So ist es doch höchst fragwürdig mit den Polizeikräften zu kommunizieren/kooperieren, die Minuten vorher noch bei einer Personenkontrolle Handynummern eines Gegendemonstranten aus seinem Telefon notieren. Wir kritisieren nicht das Seifenkistenrennen was jährlich von Studenten in Weimar organisiert wird. Sondern die Organisator_Innen bzw. ihre fehlende Bereitschaft sich wenigstens zu solidarisieren. Es zeigte sich erneut das die Weimarer Studentschaft nicht bereit ist sich politisch zu engagieren oder sich wenigstens an diesem Tag zu positionieren. Mit einem entschlossenerem Vorgehen wäre an diesem Tag mehr möglich gewesen.

Wir sind der Meinung, dass es eine Niederlage für die Aktionsgruppe Weimarer Land und Michael Fischer war. Wer sich als „Organisierte Gruppe“ darstellt und es nicht schafft zehn Ordner bereitzustellen, sowie einen Lautsprecherwagen zu organisieren, ist an seinen eigenen Ansprüchen gescheitert und hat sich im gesamten Bundesgebiet lächerlich gemacht.

Wir bedanken uns trotz allem bei Gruppen und Einzelpersonen die den Weg nach Weimar gefunden- und uns unterstützt haben!

Naziautos vom 1.Mai:
AP – Z – 258
EF – RR – 61 VW Kombi Chris Seelig
WE – TB – 65 Andreas Gebert
WE – JG – 91
GTH – AC – 672 Opel Vectra Blau

Linksammlung zum Thema:

https://linksunten.indymedia.org/de/node/59101

http://www.mdr.de/nachrichten/weimar136_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html

http://www.tlz.de/web/zgt/politik/detail/-/specific/Signal-gegen-Rechts-in-Weimar-Wolf-und-BgR-zufrieden-1136927135

http://weimar.tlz.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Neonazis-verlegen-Kundgebung-nach-Erfurt-1273746856

http://weimar.tlz.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Demonstrationen-am-1-Mai-in-Thueringen-abgeschlossen-1522502373

http://weimar.tlz.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Weimarer-protestieren-friedlich-gegen-Rechtsextreme-573934808

https://www.youtube.com/watch?v=S4XxZRfkvzo

Recherche 1. Mai

eine ausführliche Auswertung sowie Pressespiegel folgt in den nächsten Tagen.

Bild in großer Auflösung: klick