Archiv für Dezember 2012

Nazi Securitys im Studentenclub Schützengasse

In den letzten Monaten wurden wir vermehrt darauf aufmerksam gemacht, dass sich im „Studentenclub Schützengasse“ Neonazis treffen. Seit geraumer Zeit sind dort zwei stadtbekannte Neonazis als Türsteher tätig. Sie sind Angestellte der Firma „VIP Schild Security“, ansässig in Jena, gegründet von Jan Schild und geleitet von Katharina Fenk. Neben dem Neonazi Kevin Armstroff, der bundesweit Nazi-Demonstrationen besucht und zweifellos in der Szene aktiv ist, wurde auch Kevin Reibe in den vergangenen Monaten mehrfach am Eingang des Stundentenclubs gesehen. Rassistische Pöbeleien sind dort an der Tagesordnung. Neben Besucher_innen der Lokalität wurden auch migrantische Bewohner_innen, größtenteils Erasmus-Student_innen, des über dem Club liegenden Studentenwohnheimes, mehrfach beleidigt. Den Betreiber_innen des „Studentenclubs Schützengasse“ sollte bewusst sein, dass mehrere Personen, die die Sicherheit in ihrem Club gewährleisten sollen, ganz klar dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Dies steht im klaren Gegensatz zu den Bemühungen des Clubs für Student_innen ein attraktiveres Klima zu schaffen und generell ein besseres Image zu erlangen. Auch „VIP Schild Security“ sollte bewusst sein das die Einstellung eines rechtradikalen Klientels, die Firma äusserst unattraktiv erscheinen lässt. Falls dies aber gezielte Personalpolitik sein sollte so ist diese auf schärfste zu kritisieren. Die Firma stellt nicht nur „Türsteher“ sondern auch Ordner für Fussballspiele. Auch dort werden stadtbekannte Nazis beschäftigt. So wurden bei den Fußballspielen FC Ingolstadt gegen FC Carl-Zeiss Jena und SSV Jahn Regensburg gegen SC Preußen Münster Kevin Armstroff in Ingolstadt und Matthias Zerrer in Regensburg im Stadion als Ordner gesichtet.

Für ein konsequentes Vorgehen gegen Nazis!


Bild 1. Kevin Reibe (rechts) mit großem Bruder (links)


Bild 2. Kevin Armstroff (Glatze) als Ordner im Stadion


Bild 3. Matthias Zerrer mit tätowierten White Power Kreuz

Brandanschläge auf Zirkus in Großobringen

Im März 2012 ereigneten sich mehrere Brandanschläge auf das Quartier des Zirkus „Elano“ und „Schickler“ in Großobringen. Seitdem halten fremdenfeindliche Übergriffe und Bedrohungen gegenüber den Betroffenen an.

In dem 900 Einwohner Dorf Großobringen steht seit über zehn Jahren ein ehemaliges Firmengelände leer. Die Eigentümer sind die Gemeinde Großobringen und die Agrar-genossenschaft Kleinobringen. Seit mehr als drei Jahren bezieht der Familienzirkus „Elano“ und „Schickler“ Winterquartier auf diesem Gelände.
Mit der Zeit wuchs jedoch der Unmut bei dem Großteil der ansässigen Dorfbevölkerung. Der Zirkus wurde binnen kürzester Zeit zum Sündenbock der Großobringer_Innen. Sobald etwas im Dorf geschehen war, wie beispielsweise Diebstähle, so schob ein Großteil der ansässigen Dorfbevölkerung die Schuld auf die Schausteller_Innen, welche weitgehend nur noch abwertend als „Zigeuner“ bezeichnet wurden.
Nach einem Streit über das Nutzungsrecht des Geländes wurden die Zirkusse vom Bürgermeister aufgefordert, ihr Lager bis Mitte Mai diesen Jahres zu räumen.

Am Abend des 17.März 2012 schlugen plötzlich Flammen aus der Lagerhalle, in welcher unter anderem ca. 30 Tiere des Zirkus Schickler untergebracht waren. Wie durch ein Wunder gelang es den Betroffenen die Tiere zu befreien. Die anrückenden Feuerwehren wirkten deutlich überfordert. Es verbrannte das Futter, Streugut, ein Zirkuszelt, Requisiten und ein Auto.
Bereits während des Brandes äußerte ein Großteil der sich versammelten Menschen von Schaulustigen ihre Freude über das Ereignis. Es wurde applaudiert und einige äußerten Bemerkungen, wie „das geschieht denen recht!“ oder „das haben die selber angezündet!“.
Abgesehen von dem tief sitzenden Schock und den Schäden, den die Betroffenen erlitten haben, musste der Zirkus Schickler nun auch die Sommersaison 2012 absagen, da ein Großteil des Besitzes verbrannt war. Der Zirkus konnte sich nur notdürftig mit Spenden über Wasser halten.

Doch der „Frieden“ währte nicht lange: Am Abend des 10. Juni brannte es erneut. Dieses Mal wurde eine kleine Lagerhalle des Zirkus Schickler in Brand gesetzt. Das Feuer konnte jedoch zum Glück rechtzeitig gelöscht werden.
Ein weiterer Brand ereignete sich am Abend des 17. September, als ein Strohhaufen in Flammen aufging.
Die Polizei bestätigte, dass alle Brände durch Brandstiftung verursacht wurden.
Die Betroffenen können sich seither nicht mehr sicher in Großobringen bewegen, da sie stetig fremdenfeindlicher Hetze und Bedrohungen ausgesetzt sind. So erschallten beispielsweise bei einer Veranstaltung in dem anliegenden Sportlerheim durch ein Megafon Rufe wie „Scheiß Zigeuner“ oder „gleich brennt’s wieder bei euch!“. Ein paar Wochen später wurde eine Frau aus dem Zirkusumfeld in der Großobringer Tankstelle von einem Mann bedroht und als „Zigeunerfotze“ beschimpft.
Eine Schaustellerin erklärte später, sie traue sich nicht einmal ihre Kinder außerhalb des Grundstücks spielen zu lassen. Nach diesen Vorfällen wollen die ZirkusbetreiberInnen und deren Angehörige das Dorf so schnell wie möglich verlassen und sind auf der Suche nach einer neuen Bleibe.

In Anbetracht der Vorfälle solidarisieren wir mit den Betroffenen. Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft und derartig fremdenfeindliche Zustände sind in Deutschland ein Normalzustand. Diese müssen hier und überall aufgedeckt und konsequent bekämpft werden!

Angebote über neue Stellplätze leiten wir gerne weiter.

Always remember – the 6th. of december!

Wir Gedenken heute Alexandros Grigoropoulos, der am 6. Dezember 2008 von der Polizei ermordet wurde.

(Flyer)

TLZ: Weimarer Polizei verhindert rechte Musikveranstaltung

In Tannroda im Weimarer Land versuchten Mitglieder der rechten Szene eine Musikveranstaltung als Geburtstagsfeier zu tarnen. Die Polizei sagte die Veranstaltung ab.
Tannroda. Die Weimarer Polizei verhinderte am Samstagabend eine rechte Musikveranstaltung, die als Geburtstagsfeier getarnt war. Anlässlich der Feier hatte eine Frau 40 Gäste eingeladen, bei denen es sich um Mitglieder der rechten Szene handeln soll. Noch während der Vorbereitungen der Veranstalterin, traf die Polizeibeamten ein und sagten die Veranstaltung ab.

Quelle: http://weimar.tlz.de/web/lokal/leben/blaulicht/detail/-/specific/documentid%3A%22Weimarer-Polizei-verhindert-rechte-Musikveranstaltung-959772803%22/t-false