Nazi Securities im Studentenclub Schützengasse #2

Am Montag erhielten wir folgende Mail vom Vorstand des Freundeskreis Schützengasse e.V. bezüglich unseres Beitrags „Nazi Securities im Studentenclub Schützengasse“:

Sehr geehrte Autonome Antifa Gruppe Weimar,
betreffs Eures Artikels „Nazi Securitys im Studentenclub Schützengasse“ interessieren uns insbesondere Eure Informationsquellen. Habt Ihr diese Informationen auf Wahrheit überprüft? Oder wollt Ihr einfach nur Mitbewerber schädigen? Im Gegensatz zu Eurer Blogsport Seite, findet sich auf der Internetpräsenz des Studentenclubs Schützengasse ein Impressum, um diese Vorwürfe hinterfragen zu können.

Der Vorwurf, dass sich im SC Schützengasse Neonazis treffen, ist einfach nicht Wahr! Bei persönlicher Überprüfung hätte Euch auffallen können, dass dort keinerlei Neonazi-Treffen stattfinden.

Allein die Tatsache, dass neben internationalem Personal, auch eine deutliche Anzahl an internationalen Gästen den Studentenclub Schützengasse besuchen, stellt diese Vorwürfe in den Schatten. Bei einer persönlichen Recherche hätte Euch dies auffallen können!

Auch unser !externer! Dienstleister, die „VIP Schild Security GmbH“, beschäftigt Mitarbeiter mit internationalen Wurzeln. Des weiteren ist diese Sicherheitsfirma bei nationalen und internationalen Großveranstaltungen ein Garant für Sicherheit. Weitere Informationen hierzu finden sich auch auf der Internetpräsenz der VIP Schild Security GmbH: http://www.vip-securitycenter.de. Für weitere Informationen steht Euch hierzu auch gern die VIP Schild Security GmbH zur Verfügung, den Kontakt findet Ihr im Impressum der genannten Homepage.

Könnt Ihr ein Beispiel für Eure Aussage „Rassistische Pöbeleien sind dort an der Tagesordnung. Neben Besucher_innen der Lokalität wurden auch migrantische Bewohner_innen, größtenteils Erasmus-Student_innen, des über dem Club liegenden Studentenwohnheimes, mehrfach beleidigt.“ nennen? Da uns ist kein einziger derartiger Beleidigungsvorfall bekannt ist, können wir hier auch nicht reagieren. Wir sind stets um das Wohl all unserer Gäste bestrebt, auch hierzu dient die Vergabe von Sicherheitsleistungen an eine professionelle Firma! Wir sehen uns als Veranstaltungsort für junge und junggebliebene Erwachsene, Gäste ALLER Couleur, solange hier keinerlei staatsfeindliche Tendenzen erkennbar sind! Selbstverständlich sehen wir uns als Teil des Weimarer Studentenlebens, das maßgeblich durch internationale Studenten geprägt ist und bieten unseren Gästen eine bunte Mischung von Veranstaltungen an. In unserem Veranstaltungsrepertoire finden sich auch hier eine nennenswerte Anzahl von Veranstaltungen mit internationalem Hintergrund.

Unser Studentenclub lebt mit und für unser studentisches Publikum! Zu diesem Publikum zählen natürlich auch zahlreiche internationale Studenten (nicht nur mit Erasmus-Förderung)!

Wir konnten mit diesen Zeilen klar Eure Vorwürfe entkräften und erwarten eine umgehende Klarstellung dieser Vorwürfe! Vielleicht würde ja das nächste Mal eine vorherige Prüfung von Nachrichten helfen, bevor Ihr versucht Anderen zu schaden!

gez.

Der Vorstand des Freundeskreis Schützengasse e.V.


Unsere Antwort:

Hallo Freundeskreis Schützengasse e.V.,
um ehrlich zu sein erstaunte uns eure Mail vom 21. Januar doch sehr. Wir werden im Folgenden unsere Sicht der Dinge schildern:
1.) Natürlich basiert unser Text auf Recherche und uns liegen mehrere Aussagen von Betroffenen vor. Dafür brauchen wir im Übrigen kein Impressum, sondern offene Augen und Ohren. Diese scheint Ihr vom Freundenkreis nicht zu haben denn sonst würdet ihr vielleicht euer Publikum und eure Türsteher als das erkennen, was sie sind.
2.) Nur weil der Club „Schützengasse“ geschützt vom externen Dienstleister „VIP Schild Security GmbH“ Discopartys mit Reggae Musik organisiert und Menschen mit Migrationshintergrund beschäftigt, bedeutet dies noch lange nicht, dass bei diesen Veranstaltungen keine Nazis beschäftigt werden oder anwesend sind.
3.) Wir meinten mit „treffen“ nicht, dass in den Räumen des Clubs Parteitage o.ä. stattfinden, sondern dass sich Nazis in der „Schütze“ treffen um gemeinsam zu feiern, sich zu unterhalten oder um ein Bier zusammen zu trinken.
4.) Allein schon mit Aussagen alla „Wir sind stets um das Wohl all unserer Gäste bestrebt“ oder „Wir sehen uns als Veranstaltungsort für […] Gäste ALLER Couleur“ verdeutlicht ihr uns, dass ihr keine klare Stellung gegen Rassismus, Homophobie und Antisemitismus beziehen wollt. Mit einer solchen Einstellung bietet ihr Nazis und ihrer Ideologie eine Plattform. Des weiteren werden durch oben genannte Aussagen Menschen in Abstammung, Rasse und Nationalität kategorisiert.
5.) In eurer Mail nehmt ihr keinen Bezug auf die Vorwürfe, dass zwei stadtbekannte Nazis (Kevin Armstroff, Kevin Reibe) Freitags die Tür eures Studentenclubs schützen.

Alles in allem haben wir das Gefühl, dass es euch, also dem Freundeskreis Schützengasse e.V., hauptsächlich darum geht, das Image des Studentenclubs „Schützengasse“ aufrecht zu erhalten. Außerdem versucht ihr durch ein pseudopolitisches „Veranstaltungsrepertoire […]mit internationalem Hintergrund“ ein vielfältiges und tolerantes Ansehen aufzubauen, was gar nicht vorhanden ist. Macht euch deshalb aber keine Sorge, damit seid ihr in Weimars Nachtleben nicht allein.

Autonome Antifa Gruppe Weimar.