TLZ: Rechtsextremisten umwerben Weimarer Landrat Münchberg

Kommentare im Amtsblatt sorgen für heftige Reaktionen. Die Kreistagsfraktion der Linkspartei spricht von einer „Schande für das Weimarer Land“.
Apolda. Nach wie vor für polarisierende Reaktionen sorgen die Äußerungen von Landrat Hans-Helmut Münchberg (ptl) im jüngsten Amtsblatt.

Während der Bürgermeister von Krautheim, Axel Schneider, dem Verwaltungschef heftige Vorwürfe machte, weil er ein sechs Jahre altes Gutachten zur Grundlage seiner Polemik machte (TA vom 13. Februar), geht der Landesvorstand der NPD mit Münchberg auf Kuschelkurs. In Sachen Kreisgebietsreform, so heißt es in einer Presseerklärung „vertritt Münchberg lupenreine NPD-Positionen.“ Deswegen und wegen seiner bekannten und erst jüngst wiederholten Ansichten zur Abschiebung von Ausländern wurde Landrat Hans-Helmut Münchberg von der NPD zu deren Landesparteitag eingeladen.
Eine Einladung, die er unbeantwortet lassen wird, erklärte er am Freitag gegenüber unserer Zeitung. Auf die Frage, ob er die Einladung annehmen werde, sagte Münchberg gegenüber unserer Zeitung: „Es gibt Einladungen, die sind unannehmbar.“ Befürchtungen, sich mit seinen Äußerungen selbst in die rechte Ecke zu stellen – immerhin ist der Kreis Mitglied im Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus – hat Münchberg nicht. „Ich setze mich seit Jahren gegen Extremismus von Rechts und Links ein“, sagte er. Und: „Ein vernünftiger Gedanke wird nicht falsch, wenn er missbraucht wird.“

Die Avancen der Rechten sind den im Kreistag vertretenen Parteien nicht verborgen geblieben. Am Freitag erreichte die Redaktion eine Mitteilung der Linkspartei. In ihr bezeichnet die Kreistagsfraktion die Einladung als „eine Schande für das Weimarer Land“.

Wiederholt fordert sie Münchberg auf, dass Amtsblatt nicht für persönliche Meinungsäußerungen und „platten Rechtspopulismus“ zu nutzen. „Das aus öffentlichen Mitteln finanzierte Amtsblatt darf nicht zum schwarz-braunen Münchberg-Fanzine verkommen, wo sich der Landrat als selbst ernannter Oberlehrer der Nation inszeniert“, kritisiert Fraktionschef Stefan Wogawa .

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