Archiv für April 2013

BNR: Abrechnung mit „Kameraden“

Mehrere Neonazi-Gruppierungen aus Thüringen distanzieren sich von dem bundesweit bekannten Nachwuchs-Kader Michael Fischer.

Fischer, Anhänger der „Aktionsgruppe Weimarer Land“ und der „Freien Kräfte Erfurt“ (FKE), wird in einer am Dienstag veröffentlichten und unter anderem vom NPD-Landesverband Thüringen verbreiteten „Stellungnahme nationaler Gruppen aus Thüringen“, zu denen die NPD Kreisverbände Erfurt/Sömmerda und Weimar/Weimarer Land, diverse „Freie Netze“, Aktionsgruppen und Kameradschaften gehören, „blinder Aktionismus“ vorgeworfen. So habe Fischer wahllos“ Veranstaltungen angemeldet, die er zur Bestätigung der „eigenen Person“ missbrauchte, und als Anmelder „zahlreiche qualitativ minderwertige Veranstaltungen“ durchgeführt. Auch versuche er, „einen Keil zwischen parteifreien Gruppen untereinander und zwischen freien und parteigebundenen Kräfte zu treiben“, lautet ein weiterer Vorwurf.

Kritisiert wird von den Thüringer Neonazis insbesondere, dass NPD-Mitglieder bei von Fischer verantworteten Veranstaltungen ausgeschlossen seien und zu den Unterstützern verschiedener „Fischer-Veranstaltungen“ auch die Konkurrenz-Grüppchen „Pro Erfurt“ und „Pro Thüringen“ zählten. In deren Reihen, so die „Stellungnahme“, tummle sich „die Person“ Kai-Uwe Trinkaus, ein zeitweiliger V-Mann des thüringischen Landesamtes für Verfassungsschutzes.

Michael „Michel“ Fischer wohnt in dem 1000 Einwohner zählenden Dorf Tannroda, einem Ortsteil von Bad Berka. Akten der Generalbundesanwaltschaft zum NSU-Komplex ist zu entnehmen, dass zur Jahreswende 2009/2010 die drei mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe „häufig“ bei einer Familie Fischer in Tannroda verkehrt haben sollen. Laut Schreiben der Polizeiinspektion Weimar soll diese Familie Fischer „einschlägig rechtsgerichtet“ sein.

Quelle: Blick nach rechts – 09.04.2013 – Abrechnung mit „Kameraden“

Ralf Markert

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Seines Zeichens Kreisgeschäftsführer und Pressesprecher der NPD Weimar. Markert ist seit Jahren aktiv in der rechten Szene und neben Jan Morgenroth Kopf der Weimarer „nationalen Opposition“. Er wurde 1962 geboren und ist diplomierter Politologe. Verheiratet ist er mit Kerstin Markert, welche in der Klassik Stiftung Weimar arbeitet. Zusammen haben sie eine Tochter namens Kathrin, diese macht genau wie ihre Eltern keinen Hehl aus ihrer nationalen Gesinnung. Sie war längere Zeit mit dem Nazi und Taxifahrer aus Weimar Lars Kranich liiert, mit ihm zusammen hat sie auch eine Tochter. Im Jahr 2006 trat Markert in die NPD ein und 2009 wurde er in den Ortsteilrat von Weimar West gewählt, außerdem schreibt er für den „Weimarer Landbote“. Für Aufsehen sorgte vor ein paar Jahren seine e-Mail Adresse, diese lautete markert88. Für was diese Zahl steht schien sogar das „Bürgertum“ zu verstehen. Heute ist dies geändert und der Pressesprecher tritt ganz seriös im Stadtbild auf. Zusehen ist er immer wieder auf Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen der NPD, meist wird er dort zusammen mit Jan Morgenroth gesichtet. Ralf Markert ist keines Falls zu unterschätzen, er ist einer der führenden Köpfe der Weimarer rechten Szene.

Jan Morgenroth

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Jan Morgenroth wurde am 27. September 1975 geboren. Nachdem er die Karl Marx Oberschule in Weimar besuchte, machte er im Jahr 1996 einen Abschluss als Zahntechniker an der Medizinischen Fachschule.

Karriere
Bereits für den 27. Mai 2000 orderte er für den sogenannten „2. Tag des nationalen Widerstands“ in Passau einen eigenen Bus aus Weimar und beteiligte sich an der bundesweiten Buskoordination. An der Veranstaltung, die von der NPD organisiert wurde und auf der auch Horst Mahler und der NPD-Vorsitzende Udo Voigt auftraten, nahmen rund 4.000 Neonazis teil. Morgenroth veröffentlicht auf der Website der NPD Weimar Berichte von Veranstaltungen und veranstaltet selbst NPD-Treffen in der Gaststätte „Zur Kneipe“ in Schwerstedt. Im Jahr 2006 wird 2006 der bis dahin amtierende Kreisvorsitzende Martin Rühlemann durch Morgenroth ersetzt. Bereits eine Woche später wird er auf dem Thüringer NPD-Landesparteitag in Ammelstädt in den Vorstand des Landesverbandes als Beisitzer gewählt. Damals ist er dann „Amtsleiter für Kinder- und Jugendarbeit“ sowie zuständig für das Referat Gesundheitspolitik. Am 10. Januar 2007 organisiert u.a. Morgenroth den JN-Landesjugendparteitag im ostthüringischen Kleindembach. Am 7. Juni 2009 wird Jan Morgenroth mit rund 1.100 Stimmen in den Stadtrat Weimars gewählt. Ab diesem Zeitpunkt versucht er seriös Anträge zu stellen, um den völkischen, rassistischen und homophoben Werten der NPD ein Podium zu bieten. (siehe/verlinkung Recherche) Januar 2012 geht ein Bild in Weimar um, auf diesem sind Zschaepe, Boehnhardt und Mundlos mit Jan Morgenroth zu sehen. Dies mehrt, genauso wie der Besuch Zschaepes in Weimar kurz vor ihrer Festnahme, die Gerüchte das der NPD Stadtrat Kontakt zum NSU hatte. Im Mai 2012 wird der Weimarer in Haselbach zum Landesparteitag wieder als Beisitzer in den Landesvorstand gewählt. Ab diesem Zeitpunkt ist er mit der Schulungsarbeit und dem Strukturaufbau in der Saale-Region betraut. Desweiteren ist er für das Referat Heimat und Identität zuständig. Dies verwundert nicht, so verteilte Morgenroth schon Ende der 90er/Anfang der 2000 Jahre Schriften an Jugendliche, in denen er den rechten Kampf beschreibt und was seine Ziele sind. „Nationale Allianz gegen rotes Bündnis“ Am 15. März 2007 verkündete Morgenroth, dass Neonazis aus dem Weimarer Land eine so genannte „Nationale Allianz geschmiedet haben“, als Reaktion auf die Bildung zivilgesellschaftlicher Bündnisse gegen Rechts in Thüringen. Die „Allianz“, gemeint ist die Zusammenarbeit zwischen NPD, Freien Kräften und SympathisantInnen, welche ohnehin bereits zu diesem Zeitpunkt bestand, konnte wie auch das zuvor gegründete „Aktionsbündnis gegen Linksextremismus“  keinerlei Wirkung entfalten. Für den 04. Dezember 2006 kündigte Morgenroth an, dass NPD-Vertreter einer Podiumsdiskussion des Weimarer Goetheinstitutes beiwohnen zu wollen. Tatsächlich erschien er am besagten Tag zusammen mit dem damaligen stellvertretenden Kreisverbandschef Michael Hubeny und dem heutigen NPD-Landesvorsitzenden Patrick Wieschke. Die drei versuchten im Sinne der Wortergreifungsstrategie die Diskussion über ein NPD-Verbot zu stören.

6,2 und 3,0 Prozent bei Bürgermeisterwahlen
Bei den Bürgermeisterwahlen am 7. Mai 2006 wurde er von der NPD als Kandidat für Blankenhain (bei Weimar) nominiert. Die NPD kündigt damals an, dass Morgenroth bei seinem Wahlkampf von der JN, der NPD-Ortsgruppe sowie den freien Kräften der Kameradschaft Blankenhain unterstützt werde. Damals werden Lautsprecherfahrten organisiert, Infotische aufgebaut und die „Schulhof-CD“ unter Jugendlichen verteilt. Am Ende erhält der NPD Kandidat 6,2 %. Genau 5 Jahre später versucht es Morgenroth nochmals, doch die eigens angelegte facebook Seite, seriös wirkende Fotos und die Unterstützung aus dem Landesvorstand helfen nichts. Genau 90 Personen und damit 3,0 Prozent der Wähler_Innen machten ihr Kreuz rechts außen.

„ganz privat“
Im Jahr 2005 besucht er ein illegales rechtsrock Konzert in Sachsen (Mücka), zu sehen in „Blut muss fließen-Undercover unter Nazis“. Im März 2010 wird „Jani“ Opfer eines Überfalls. Auf dem nach Hause weg, werden er und zwei Begleiter von Antifaschist_innen mit Eisenstangen, Steinen und Straßenschildern verletzt. Seit geraumer Zeit engagiert sich Morgenroth im „Magdalaer Carneval Club 1957 e. V.“, außerdem ist er Mitglied in der Kirmesgesellschaft Göttern. Klar ist also, dass Jan Morgenroth nicht nur Kopf der NPD Weimar und Thüringen ist, sondern auch gute Kontakte zur radikalen Rechten in ganz Deutschland pflegt. Nach außen gibt er sich immer wieder bürgerlich und möchte in Weimar kaum auffallen. Befreundet und bekannt ist er auf alle Fälle mit Mitglieder_Innen der Aktionsgruppe Weimarerland, in wie weit diese aber finanziell und geistig abhängig von ihm sind ist nicht geklärt. Veranstaltungen freier Kräfte besucht Morgenroth nicht, auf NPD Demonstrationen, Kundgebungen oder Veranstaltungen (z.B. Eisenach 2011,Erfurt 2012 oder Kirchheim 2012) wird er eigentlich immer gesichtet.