BNR: Abrechnung mit „Kameraden“

Mehrere Neonazi-Gruppierungen aus Thüringen distanzieren sich von dem bundesweit bekannten Nachwuchs-Kader Michael Fischer.

Fischer, Anhänger der „Aktionsgruppe Weimarer Land“ und der „Freien Kräfte Erfurt“ (FKE), wird in einer am Dienstag veröffentlichten und unter anderem vom NPD-Landesverband Thüringen verbreiteten „Stellungnahme nationaler Gruppen aus Thüringen“, zu denen die NPD Kreisverbände Erfurt/Sömmerda und Weimar/Weimarer Land, diverse „Freie Netze“, Aktionsgruppen und Kameradschaften gehören, „blinder Aktionismus“ vorgeworfen. So habe Fischer wahllos“ Veranstaltungen angemeldet, die er zur Bestätigung der „eigenen Person“ missbrauchte, und als Anmelder „zahlreiche qualitativ minderwertige Veranstaltungen“ durchgeführt. Auch versuche er, „einen Keil zwischen parteifreien Gruppen untereinander und zwischen freien und parteigebundenen Kräfte zu treiben“, lautet ein weiterer Vorwurf.

Kritisiert wird von den Thüringer Neonazis insbesondere, dass NPD-Mitglieder bei von Fischer verantworteten Veranstaltungen ausgeschlossen seien und zu den Unterstützern verschiedener „Fischer-Veranstaltungen“ auch die Konkurrenz-Grüppchen „Pro Erfurt“ und „Pro Thüringen“ zählten. In deren Reihen, so die „Stellungnahme“, tummle sich „die Person“ Kai-Uwe Trinkaus, ein zeitweiliger V-Mann des thüringischen Landesamtes für Verfassungsschutzes.

Michael „Michel“ Fischer wohnt in dem 1000 Einwohner zählenden Dorf Tannroda, einem Ortsteil von Bad Berka. Akten der Generalbundesanwaltschaft zum NSU-Komplex ist zu entnehmen, dass zur Jahreswende 2009/2010 die drei mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe „häufig“ bei einer Familie Fischer in Tannroda verkehrt haben sollen. Laut Schreiben der Polizeiinspektion Weimar soll diese Familie Fischer „einschlägig rechtsgerichtet“ sein.

Quelle: Blick nach rechts – 09.04.2013 – Abrechnung mit „Kameraden“