Archiv für Februar 2014

Jetzt erst Recht! Antifa-Demo am 01.03. in Gotha

AAGTH - JETZT ERST RECHT - BANNER

Nach dem brutalen Neonaziüberfall von Ballstädt (bei Gotha) im Februar 2014, den Naziattacken auf das alternative Wohn- und Kulturzentrum JU.W.E.L in Gotha im letzten Jahr, den kürzlichen Naziübergriffen in der Gerberstraße in Weimar, zahllosen Naziveranstaltungen (NPD Kundgebungen, Lesungen und Demonstrationen) und der tagtäglichen Bedrohung durch Nazis, die vermeintlich „Andere“ erleben, wird es Zeit den aktiven Antifaschismus nach Außen zu tragen.

Im Erfurter Süden etabliert sich mit der „Kammwegklause“ ein neuer Neonazitreffpunkt samt Kneipe, Naziladen und NPD Bürgerbüro. Das deutsche Bürgertum hat seine Maske fallen gelassen und zeigt sein hässliches Gesicht, wenn es gegen Flüchtlingsunterkünfte wettert und nationalistische Hetze betreibt. Die Untergekommen werden statt mit offenen Armen, mit Fackeln empfangen. Zu allem Übel hetzt der Verfassungsschutz (wie im Februar im Friedrichroda) im selben Atemzug gegen die „linksextreme“ Bedrohung.

Die Konsequenz dessen kann und muss eine aktive und solidarische antifaschistische Haltung gegen den Naziterror und den alltäglichen Rassismus sein. Doch dies setzt unweigerlich eine Kritik an den Verhältnissen, aus denen Nazis entstehen voraus. Kurz gesagt eine linke, jedoch nicht regressive, Kapitalismuskritik. Wir kämpfen für ein solidarisches Miteinander aller Menschen, ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe oder Herkunft, für eine Gesellschaft jenseits kapitalistischer Ausbeutung und Zurichtung. Eine emanzipatorische Politik welche der Blut und Boden Ideologie der Nazis entgegen wirkt. Deswegen ist die Gleichsetzung von „Rechts“ und „Links“ abzulehnen, welche nicht nur vom VS betrieben wird, sondern auch ein Großteil der Gesellschaft mitträgt. Es gibt hierbei keine Differenzierung der Gewalt, die von Nazis ausgeht und Aktionen, die zur Verhinderung dieser betrieben werden.

Den Aufruf und weitere Infos gibt es unter: http://www.autistici.org/aagth/jetzterstrecht/index.htm

Organisatorisches:
Die Demoroute werden wir erst am Tag der Demo bekannt geben.
Die EA-Nummer lautet: 03641/449304

Züge fahren am Samstag (01.03.2014) wie folgt:
Leipzig Hbf: 08:47 Uhr | Gleis 6
Göttingen: 10:08 Uhr | Gleis 8D
Jena West: 10:16 Uhr | Gleis 1 (in Weimar Umsteigen)
Weimar: 10:41 Uhr | Gleis 3
Erfurt Hbf: 11:00 Uhr | Gleis 8a
Eisenach: 11:10 | Gleis 3

3. Trauermarsch in Weimar [Nachtrag]

Zum dritten Mal in Folge führte die Aktionsgruppe Weimarer Land am vergangenen Wochenende einen „Trauermarsch“ in Weimar durch. In diesem Jahr folgten dem Aufruf etwa 80 Neonazis aus Weimar, dem Weimarer Land, Erfurt, Suhl, Leipzig, Hamburg, Sachsen Anhalt und Berlin. Unter ihnen befanden sich die stadtbekannten Neonazis Michael Fischer, Tom Holz, Chris Seelig, Kevin und Danny Armstroff. Des weiteren waren mit Tim W. aus Berlin, Philipp Miene aus Suhl, Rolf Dietrich aus Sachsen Anhalt, Daniel Buchholz aus Crimmitschau, Enrico Biczysko aus Erfurt (NPD) und der Berliner Uwe Dreisch, Vorsitzender von „Die Rechte“ (Anmelder), bekannte Neonazis aus dem Bundesgebiet unter den Demonstrant_Innen. Angehörige der NPD Weimar wurden nicht im Demonstrationszug gesichtet.

Wie schon früh an diesem Tag ersichtlich war, sollte es nur eine kurze Demonstrationsstrecke für die Nazis werden. Einzig die Ernst Thälmann Straße war durch Hamburger Gitter, Räumpanzer und die Staatsmacht gesichert. Die Polizei, die hauptsächlich aus Mitteldeutschland Präsenz zeigte, wurde wieder einmal von vielen Zivilpolizist_innen, Hundestaffel und Hubschrauber unterstützt. Allerdings muss festgehalten werden, dass die Beamt_innen deutlich schlechter besetzt waren als zu den letzten Demonstrationen.

Ab 12 Uhr trafen sich die Nazis am Hauptbahnhof um ihre Route in Angriff zu nehmen. Etwa zu diesem Zeitpunkt machte sich auch das BgR mit etwa 600 Gegendemonstrant_Innen am Goetheplatz auf den Weg zum Bahnhof. Laut Augenzeugen wohl eher etwas unkoordiniert wollten die Bürger_Innen den Marsch im Bahnhofsgebiet stoppen. Dies gelang auch teilweise. Es kam immer wieder zu Versuchen von Sitzblockaden und kleineren Scharmützeln mit der Polizei. Leider ist nicht davon auszugehen, dass die Nazidemonstration überhaupt über die abgesperrte Strecke hinaus gelaufen wäre. Umso mehr muss sich das BgR fragen, was sie von „Bündnispartnern“ wie Stadt und Polizei zu halten hat.

Auch zu kritisieren ist wieder einmal der Umgang mit Menschen rechter Gesinnung in den „eigenen Reihen“. Immer wieder tauchten Personen am Rande von Blockaden oder Kundgebungen auf, die eindeutig der rechten Szene zuzuordnen sind. Es ist schade, dass viele Teilnehmer_Innen diese erst gar nicht erkennen bzw. diese nicht der Veranstaltung fernhalten. Nachdem die Nazis ihren „Trauermarsch“ für beendet erklärt hatten und Richtung Bahnhof geleitet wurden, kam es zu einigen unübersichtlichen Szenen. Kurz vor dem Eingang des Bahnhofs provozierten die Nazis um Fischer die Gegendemonstrant_Innen, Tim W. aus Berlin griff Ralf Kirsten (Polizeichef Weimars und Einsatzleiter an diesem Tag) an, Flaschen und Rauchbomben flogen. Nach diesen Vorfällen zeigte sich die BFE-Einheit Thüringen von ihrer „besten Seite“, Gegendemonstrant_Innen wurden angegriffen und festgenommen. Leider wird in der Stadt wieder einmal nur über die „Chaoten“ aus der linken Szene und die Vorkommnisse am Bahnhof gehetzt. Hierbei zeigen Pressevertreter_Innen, Politiker_Innen, Stadtobere und BgRler das gleiche Gesicht. Früher hieß es in Aufrufen immer noch: „Wir zeigen uns mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern, solidarisch“.

Positiv zu erwähnen ist, dass eindeutig mehr Antifaschist_Innen aus anderen Städten an diesem Tag vor Ort waren. Auch zeigten sich einige Menschen aus Gerberstraße und C.Keller Weimar unter den Gegendemonstrant_Innen. Fraglich ist ob dies aus politische Überzeugung geschah oder aufgrund der Vorfälle der letzten Wochen.

Wir bedanken uns bei allen Menschen die am 8. Februar den Trauermarsch gestört haben oder auf anderen Wegen Kritik am Umgang mit diesem geäußert haben!

Medienspiegel:
http://www.jenapolis.de/2014/02/bgr-weimar-zufrieden-mit-protestgeschehen-polizeieinheit-bfe-eskaliert-am-schluss/
http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/600-setzten-rechtsextremem-Auflauf-in-Weimar-erneut-enge-Grenzen-695508916
http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/demonstrationen-1/artikel/trauermarschin-weimar-neonazi-verletzt-polizeichef.html
http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2014/02/09/weimar-polizei-einsatzleiter-von-neonazi-attackiert_14994
http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Eskalation-bei-Weimarer-Demo-Rechte-verletzen-Polizeichef-765058977

Fotos:
http://www.flickr.com/photos/soerenkohlhuber/sets/72157640677354775/
http://www.flickr.com/photos/112253477@N08/sets/72157640688730373/
http://www.flickr.com/photos/red-foxx/sets/72157640684242303/
Weitere Bilder folgen.

3. Trauermarsch in Weimar [ INFOS #2 ]

Polizei ist in der Stadt schon präsent, Kamerawagen und Zivis wurden bereits gesichtet. Kommt morgen nach Weimar, angemeldet ist der Goetheplatz ab 11 Uhr als Sammelpunkt aber rund um den Bahnhof wird es sicher „heiß“ werden.

Passt auf Euch auf, wir sehen uns morgen auf der Straße!

3. Trauermarsch in Weimar [ INFOS ]

Am Samstag mobilisieren die Nazis rund um Michael Fischer für um 12Uhr zum Hauptbahnhof Weimar.

Hier alle wichtigen Daten für den Samstag vom BgR Weimar:

ERMITTLUNGSAUSSCHUSS (EA): 03641 / 44 93 04

INFO-TELEFON: 01573 / 77 11 193

DEMO-SANIS: 01520 / 74 36 932

TWITTER: @BgR_Weimar
Hashtag:#‎LassDirNichtsVerdrehen‬

Falls es weitere Neuigkeiten gibt so werden wir euch hier informieren.

3. Trauermarsch in Weimar

Michael Fischer

'Ohne Worte'

Am 8. Februar wollen freie Kräfte sowie NPD mit einem angemeldeten Aufmarsch durch Weimar ziehen. Dafür wurden von den beiden Anmeldern zwei Routen im Zeitraum von 12 Uhr bis 16 Uhr angemeldet, auf folgende Route wird es wohl hinauslaufen: Bahnhofsvorplatz (links)– Schopenhauerstr. – Thälmann Str. – Röhrstr. – Fuldaer Str. – Thälmann Str. – Schopenhauerstr. – Bahnhofsvorplatz. Es ist der dritte Aufmarsch, um den Opfern der Bombardierung Weimars zu gedenken, wie die letzten beiden Jahre ist wieder Michael Fischer Anmelder der Demonstration. Er ist derzeit der umtriebigste Neonazi in Thüringen und zeigt sich (mit anderen Neonazis aus Weimar/Thüringen) auf fast jeder größeren rechten Veranstaltung in ganz Deutschland. Nachdem zum ersten Aufmarsch (2012) gerade einmal 30 Teilnehmer_Innen erschienen, waren es 2013 schon rund 100. Es ist also in den letzten Jahren ein Zuwachs zu erkennen, leider muss durch die Zusammenarbeit mit der NPD am 8. Februar mit noch mehr Neonazis gerechnet werden. Das NPD und „freie Kräfte“ in Weimar nun doch eine gemeinsame Veranstaltung abhalten verwundert nur bedingt. Erklärte die NPD und andere Kräfte Thüringens 2013 noch das sie Fischer ausgrenzen wollen und für untragbar halten, so arbeiteten sie im September zum Bundestagswahlkampf schon wieder zusammen. Die rechte Szene Weimars ist in den letzten Jahren zwar deutlich nicht mehr so aktiv wie früher, zeigte aber vor zwei Wochen mal wieder ihr wahres Gesicht (TLZ). Gegenproteste sind bis jetzt nur am Goetheplatz angemeldet, das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus wird aber sicherlich versuchen mindestens in Hör-und Sichtweite der Nazis zu gelangen. Die Staatsmacht dürfte wohl am Samstag kaum so präsent sein wie die letzten Male bei angemeldeten Demonstrationen, da der Drittligist FC Rot Weiß Erfurt an diesem Tag gegen RB Leipzig spielt. Wie viele Nazis tatsächlich den Weg nach Weimar finden ist unklar, bis auf die Homepage des Trauermarsches gibt es kaum bis gar keine Werbung im Netz. Wir rechnen aber trotzdem damit das es eine interne Mobilisierung der Nazi gab und etwa 100 bis 150 den Weg in die „Klassikerstadt“ finden. Alles in allem sollten wir alle versuchen, dass sich kein „neuer“ Trauermarsch in der rechten Szene Mitteldeutschlands etabliert.

Kommt am Samstag nach Weimar und gemeinsam werden wir den „Trauermarsch“ der Nazis mit allen Mitteln stören!

Neue und aktuelle Informationen werden am Freitag Nachmittag hier nochmal erscheinen.

Neuer PGP Schlüssel

Wir haben einen neuen PGP-Schlüssel

Autonome Antifa Gruppe Weimar aagweimar@riseup.net (0xC72BFC2E) – RSA – 4096bit

Der Schlüssel liegt bereits auf einigen Keyservern, wir werden versuchen die alten Schlüssel demnächst zurückzuziehen.